Sonderausstellung

Vor dem Uhrknall - Zeit und Leben im Dorf Schwenningen


10. April 2022 - 8. Januar 2023

Schwenningen ist als "Uhrenmetropole" mit rauchenden Fabrikschornsteinen bekannt geworden. Doch wie war es davor? Eine ganz besondere Art von Orts- und Heimatgeschichte präsentiert diese Sonderausstellung im Uhrenindustriemuseum mit zahlreichen Objekten aus den Beständen des Schwenninger Heimat- und Uhrenmuseums. Sie verknüpft markante Entwicklungen des Dorfes Schwenningen, Zeugnisse der Lebens- und Arbeitsbedingungen mit Fragen nach der Rolle der Zeit, der Zeitwahrnehmung und der Zeitstrukturen für die einzelnen Menschen im Ort.

Obwohl 1850 in Schwenningen über 50 Uhrmacher tätig waren, richtete sich das Leben kaum nach der Uhrzeit. Schon dieses Paradox zeigt, dass es sich lohnt, einmal mit anderen Augen auf das bäuerlich und handwerklich geprägte Dorf zu blicken: Was sagen uns Sippennamen über die zeitliche Konzeption von Familie? Wie beeinflussen die zyklischen Rhythmen von Geburt und Tod, von Aussaat, Wachstum und Ernte die Zeiterfahrung? Wie passt das zur christlichen Hoffnung auf das Ende der Zeit? Die Spurensuche fördert eine Vielzahl unterschiedlicher kultureller Zeitkonzepte zutage. Deutlich wird, wie heftig der "U(h)rknall" gewesen sein muss, als die Industrialisierung das Leben streng nach der Uhrzeit ausrichtete – mit maßgeblicher Beteiligung Schwenninger Unternehmen.

Eine Ausstellung, welche die Geschichte unter neuem Blickwinkel betrachtet und Impuls sein will, unsere eigenen Zeitkonzepte der Gegenwart zu hinterfragen.

Das Tragen von FFP2- oder medizinischen Masken beim Besuch der Ausstellung wird empfohlen.

Im Blog StadtHoch2 der städtischen Museen geben die KuratorInnen der Sonderausstellung spannende Einblicke in die Schwenninger Dorfgeschichte.
 

 

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