Heimatgeschichte International

Auf den Spuren von NS-Zwangsarbeit in Villingen-Schwenningen


Während des Zweiten Weltkriegs wurden Millionen Menschen aus ihren besetzten Heimatländern verschleppt und in Deutschland zur Arbeit gezwungen. Auch in Schwenningen mussten bis zu 4.000 Männer, Frauen und Jugendliche in Fabriken, auf Bauernhöfen und in Handwerksbetrieben arbeiten. Ihre Lebensgeschichten sind Teil der Stadtgeschichte, doch vielfach immer noch unbekannt. Gemeinsam mit jungen Menschen soll diese Geschichte erforscht, erzählt und gefragt werden, was sie für unsere Gegenwart bedeutet. Das Projekt findet 2025-2026 im Rahmen des Förderprogramms ”JUGEND erinnert Vor Ort" der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien statt. 

Junge Menschen forschen! 

In Workshops, Erzählcafés und bei einer Exkursion nach Hessen erarbeiten Schüler:innen die vielfältigen internationalen Bezüge ihrer eigenen Lokal- und Heimatgeschichte. Auch junge Menschen in Betrieben werden eingebunden. Für Recherchen wie auch für die digitale Aufbereitung wird mit lokalen Hochschulen zusammengearbeitet. Als Kooperationspartner sind dabei: das Gymnasium am Deutenberg in Schwenningen und das Gymnasium am Romäusring in Villingen, die Hochschule für Polizei Baden-Württemberg und die Hochschule Furtwangen University, sowie die Gewerkschaften ver.Di Südbaden und IG Metall. 

Eine Ausstellung entsteht! 

Auf Grundlage der Forschungen wird gemeinsam eine Ausstellung zur Lokalgeschichte entwickelt! Ab Sommer 2026 wird sie im Uhrenindustriemuseum zu sehen und ab Herbst 2026 auch in digitaler Form zugänglich sein.
 

 


 

Kalender:


Derzeit gibt es keine Veranstaltungen. 
Veranstaltungsarchiv

31. Januar 2026,
Erzählcafé – Schwenningen, Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg
Stadtbibliothek am Muslenplatz, Carl-Haag-Saal

Wer weiß noch was? Wie war es hier? Was erzählt die Familie?
Wenige Menschen haben noch eigene Erinnerungen an ihre Kindheit oder Jugend in dieser Zeit. Und doch ist die Geschichte nicht verschwunden: In fast jeder Familie gibt es Erzählungen, manchmal auch Fotos oder Dokumente, zu Schwenningen... und vielen anderen Orten und Ländern. Mit dem Erzählcafé enstand für über dreißig Menschen - Zeitzeug*innen, Kinder, Enkel und Schüler*innen - ein Raum, um ins Gespräch zu kommen.

 

 

18. Oktober 2025,
Ortsbesichtigung Nr. 2. Mit dem Bus auf Spuren der NS-Zwangsarbeit

Wo befanden sich in Schwenningen Lager für Zwangsarbeiter*innen? Welche Firmen profitierten von ihrer Arbeit? Und was ist von dieser Geschichte bis heute sichtbar? Nach einer ersten Exkursion 2024 setzte die Initiative zur Auseinandersetzung mit NS-Zwangsarbeit vor Ort ihre Veranstaltungsreihe fort. Die Tour mit dem Bus führte zu Orten in Schwenningen, an denen Zwangsarbeiter*innen aus ganz Europa zwischen 1939 und 1945 leben und arbeiten mussten. An den Stationen gaben Mitglieder der Initiative verschiedene Einblicke in den aktuellen Stand der Forschung. Route: Uhrenindustriemuseum > Junghanslager > Sturmbühlstr. 32 ("Grüner Baum") > Lager Helgle > IVO und Lager Gerokstraße > Sinti und Roma > Kaffeepause > Rottweiler Straße: Gesundheitsversorgung, Uhrenfabrik Georg Würthner > Uhrenindustriemuseum

Pressemitteilung Ortsbesichtigung No.2

 

ABGESAGT und AUF SPÄTER VERSCHOBEN: 
2. September 2025, Workshop für Azubis und Studierende: NS-Zwangsarbeit in der Region. Eine Kooperations-Veranstaltung von der IG Metall Jugend und dem Projekt “Heimatgeschichte International - Auf den Spuren von NS-Zwangsarbeit". 
In diesem Workshop geht es um regionale Geschichte: Wo gab es NS-Zwangsarbeit? Wie wurde sie angewandt? Existiert heute noch eine moderne Form von Zwangsarbeit? Der Fokus für Euch liegt dabei auf den Unternehmen, bei denen ihr arbeitet. Die Veranstaltung richtet sich an alle in Ausbildung befindenden Personen (Azubis, dual Studierende, StudiPlus…) und Jugend- und Auszubildendenvertretungen, egal ob IG-Metall-Mitglied oder nicht.Zielgruppe: in Ausbildung stehende Personen, JAV

Plakat


12. - 26. August 2025, Internationale Jugendbegegnung in Villingen-Schwenningen, Workcamp des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. in Zusammenarbeit mit dem Pro Stolpersteine Villingen-Schwenningen e.V. > Presseartikel “Friedhof statt Ferien – Warum Jugendliche Kriegsgräber pflegen” 
 

10. Juli 2025, Arbeitstreffen mit Studierenden der Hochschule für Polizei im Stadtarchiv Villingen-Schwenningen
https://www.villingen-schwenningen.de/rathaus-leben/aktuelle-stadtmeldungen/detailansicht/startschuss-fuer-neue-forschungsarbeiten-zur-ns-zwangsarbeit/


8. Juli 2025, Workshop mit LK Geschichte am Gymnasium am Deutenberg
“Auf der Spurensuche in der eigenen Stadt” 
Nachbericht zum Workshop: https://www.gad-vs.de/aktuelles/neues-vom-gad/details/auf-spurensuche-in-der-eigenen-stadt 


11. April - 13. April 2025
Tagung “NS-Zwangsarbeit in der eigenen Nachbarschaft – neue Perspektiven einer internationalen Lokalgeschichte”
Haus auf der Alb, Bad Urach | Leitung: Cornelius Kückelhaus, Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, Fachbereich Gedenkstättenarbeit | Florian Kemmelmeier und Lisa Schank, Projekt „Heimatgeschichte International – Auf den Spuren von NS-Zwangsarbeit in Villingen-Schwenningen“

Das flächendeckende System der NS-Zwangsarbeit prägte den Alltag der Kriegszeit in jeder Stadt und nahezu jedem Dorf. Heute ist dies jedoch selten Teil des öffentlichen Bewusstseins. Diese Lokalgeschichte und deren internationale Dimensionen sind auch in Baden-Württemberg außerhalb der Gedenkstättenlandschaft vielerorts noch unbekannt. Die regionale Vernetzungstagung lud zu einem Austausch über die heutigen Möglichkeiten lokalhistorischer Forschung und Bildung zur NS-Zwangsarbeit ein. 

Programm zur Tagung
 

21. März 2025
Werkschau der Erinnerung des Gymnasiums am Deutenberg
Wie fühlt es sich an, wenn die eigene Heimat plötzlich kein sicherer Ort mehr ist? Wenn man zur Arbeit gezwungen wird, fernab von Familie und Freunden? Diese Fragen standen im Zentrum der Werkschau „Vergessene Schicksale“, die die Mittelstufen-Theater-AG des Gymnasiums am Deutenberg auf die Beine gestellt hat. Das Stück, geschrieben von der Schülerin Karina Rassejkin, beleuchtet das Schicksal von NS-Zwangsarbeitern in Schwenningen und stellt zugleich die Frage, wie wir heute mit dieser Geschichte umgehen.
Mehr Infos und der Nachbericht zum Projekt: https://www.gad-vs.de/aktuelles/neues-vom-gad/details/eine-werkschau-die-geschichte-spuerbar-macht  
 

27. Januar 2025 
Projekt-Auftakt „Heimatgeschichte International – Auf den Spuren von NS-Zwangsarbeit in Villingen-Schwenningen“
Am 80. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz und Gedenktag zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus, stellten das Amt für Kultur, das Uhrenindustriemuseum und die Initiative zur NS-Zwangsarbeit in Schwenningen ihr Projekt „Heimatgeschichte International“ vor. Ziel des zweijährigen Bildungs- und Forschungsprojekts ist die Beteiligung junger Menschen an der Erforschung von NS-Zwangsarbeit in Schwenningen. Kooperationspartner sind die Gymnasien am Deutenberg und am Romäusring, ver.Di Südbaden sowie der Fachbereich Gedenkstättenarbeit der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg. Die Ergebnisse des Projekts werden 2026 in einer Ausstellung im Uhrenindustriemuseum sowie auf einer Website präsentiert. Das Projekt ist Teil des bundesweit 12 Projekte umfassenden Förderprogramms „JUGEND erinnert vor Ort“ der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft. Es wird aus Mitteln der Stiftung und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien mit insgesamt 200.000€ gefördert.

Zum Projektauftakt sprachen Detlev Bührer (Bürgermeister Villingen-Schwenningen), Andreas Dobmeier (Leiter des Amtes für Kultur), Dr. Martina Baleva (Leiterin Schwenninger Museen), Lisa Schank und Florian Kemmelmeier (Wissenschaftliche projektmitarbeit „Heimatgeschichte International“). Zudem stellten sich die Kooperationspartner vor: Cornelius Kückelhaus (Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg), Larissa Zürn (Gymnasium am Deutenberg), Jens Weinmann (Gymnasium am Romäusring).

Einladung zum Projektauftakt

 


12. Oktober 2024: 
„Ortsbesichtigung – mit dem Bus auf den Spuren der NS-Zwangsarbeit in Schwenningen“
Auf dieser kleinen Exkursion durch Schwenningen stellte die Initiative Orte vor, bis wohin sich heute Spuren von Zwangsarbeiter:innen verfolgen lassen. 3 374 Personen konnten nach vorläufigem Stand in Archiven ausfindig gemacht werden. Sie arbeiteten in einer der vielen Firmen, waren in Lagern untergebracht, wurden im Krankenhaus behandelt oder auf dem Waldfriedhof begraben. Die Rundfahrt verknüpfte erste Rechercheergebnisse mit der städtischen Topographie Schwenningens. Stationen: (1) Uhrenindustriemuseum / Ehemalige Württembergische Uhrenfabrik - (2) Alte Ziegelei in der Villinger Straße - (3) Ehemaliges Ostarbeiterlager auf dem Dickenhardt - (4) Altes Krankenhaus beim Bürgerheim - (5) Waldfriedhof. 
Die Initiativ-Beteiligten Dr. Annemarie Conradt-Mach, Florian Kemmelmeier, Dr. Heinrich Maulhardt, Lisa Schank, Lisa Schmied, Ute Schulze und Markus Teubert gaben jeweils kurze Einblicke in den aktuellen Wissensstand. Mit über 30 Teilnehmenden war die Resonanz gut. Stadtrundgänge zu weiteren, noch nicht besichtigten Orten der NS-Zwangsarbeit in Schwenningen sind für 2025 geplant.

Pressemitteilung


Juli 2024: Workshop mit Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums am Deutenberg
Mehr Infos und Nachbericht zum Workshop: https://www.gad-vs.de/aktuelles/neues-vom-gad/details/mit-sensibilitaet-und-respekt


11. Mai 2024: NS-Zwangsarbeit in Schwenningen. Vorstellung und Stand eines Projekts
Vortrag im Rahmen der Geschichtswoche des Heimatvereins Schwenningen. Mit Dr. Valery Cherniavskij und Florian Kemmelmeier

Pressemitteilung


23. März 2024: Gemeinsame Fahrt zum Erinnerungsort Hotel Silber in Stuttgart
Ausstellungsbesuch mit Führung durch die Geschäftsführerin der Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e.V. Anschließender Austausch mit Vertreter:innen der AG Zwangsarbeit der Initiative, Projektbeteiligten des Bürgerforschungsprojektes "Das Dritte Reich und Wir" in St. Georgen, sowie Cornelius Kückelhaus vom Fachbereich Gedenkstättenarbeit der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg. 

Exkursionsbericht Hotel Silber


27. Januar 2024: "Hier war das ganze Europa" (Auftaktveranstaltung)
Am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus gaben Historiker:innen Einblicke in die Thematik. Dr. Annemarie Conradt-Mach, Lisa Schank und Dr. Valery Cherniavskij referierten und zeigten aktuelle Bezüge der Erinnerungsarbeit. Der Abend wollte die Initiative publik machen und zum Mitmachen einladen.

 

Initiative gegen das Vergessen

Angestoßen wurde das Projekt "Heimatgeschichte International" (2025-2026) durch die Initiative zur Auseinandersetzung mit der NS-Zwangsarbeit in Schwenningen. Gegründet 2023 setzt sie sich aus verschiedenen Akteuren zusammen: dem Schwenninger Heimatverein, Pro Stolpersteine Villingen-Schwenningen e.V., zwei Schulen, dem Stadtarchiv, dem Uhrenindustriemuseum sowie Einzelpersonen. Anlass war der Kontakt mit Wolodymyr Shcherbina, welcher 1944 von den Deutschen als 17-Jährige aus seiner Heimatstadt Mykolajiv/Ukraine zur Zwangsarbeit nach Schwenningen verschleppt wurde. Wer auch unabhängig vom Förderprojekt “Heimatgeschichte International” Teil der Initiative werden möchte, ist herzlich willkommen!

Sie haben Dokumente, Erinnerungen oder familienbiographische Erzählungen zur NS-Zwangsarbeit? Oder Sie möchten sich aktiv mit dem Thema in Schwenningen auseinandersetzen? Bitte melden Sie sich.

Als Ansprechpartnerin steht Ihnen Lisa Schank zur Verfügung: lisa.schank@~@villingen-schwenningen.de