Lebendiges Uhrenindustriemuseum Villingen-Schwenningen

Uhrenindustriemuseum

„Hauptsach se schaffet!“

Die Baar als Einwanderungsland

Die Ausstellung im Uhrenindustriemuseum zeigt die Geschichte der Migration von über hundert Jahren. Schwenningen gilt als die Stadt in der Region Schwarzwald-Baar, die im Zuge des Industrialisierungsprozesses am stärksten wuchs. Die Bevölkerung nahm von 1875 bis heute um das achtfache zu. Mit den Zugezogenen entwickelten sich Formen des Zusammenlebens und Zusammenarbeitens, gar eine neue eigene Schwenninger Industriearbeiter-Identität und Mentalität, die für alle gleichermaßen gelten durfte. Die Zugezogenen brachten ihren kulturellen Hintergrund mit, die mit den neuen Lebensbedingungen vereinbart werden musste, woraus sich eine Dynamik ergab, die auch Freiräume schuf. Freiräume für neue religiöse Ideen, für Freidenkertum, auch für politische Ideen, für technische Innovation und für soziales Zusammenleben. Diese „neuen“ Schwenninger oder Villinger oder St. Georgener kamen wegen der Arbeitsplätze. Die Uhrenindustrie expandierte stark, die Chancen dort waren groß. Sie kamen aus Württemberg, aus Baden. Bis ins 20.Jahrhundert galten die Hessen, die Bayern, die Sachsen als Ausländer, und schon im 19. Jahrhundert gab es Saisonarbeiter aus Italien und Österreich. Vertriebene wurden nach dem Zweiten Weltkrieg aufgenommen, seit den 1960er Jahren warb man zusätzlich Gastarbeiter aus Südeuropa an. Asylbewerber und Übersiedler aus den Sowjetunion-Nachfolgestaaten bilden seit den 1990er Jahren die Mehrheit der Migranten.

Aktueller Beitrag zur Ausstellung von nq-online SÜDWEST PRESSE / DIE NECKARQUELLE

Die Sonderausstellung "Hauptsach se schaffet!“ dauerte vom 5.07.2008 bis 30.08.2009