Zeit ist Geld - Kontrolluhrenbau im Schwarzwald

Uhrenindustriemuseum

Herrschaftszeichen: Turmuhr und Fabriktor

„Die Zeit wird nach der Fabrikuhr bestimmt.” So heißt es in der Arbeitsordnung der Württembergischen Uhrenfabrik von 1892. „Beginn und Ende [der Arbeit] werden durch die elektrische Klingelanlage bekannt gegeben”. Wer die Arbeit gibt, der bestimmt die Zeit. Jahrhundertelang gaben die Kirchen mit ihren Uhren und Glocken hoch oben am Turm die Zeitorientierung vor. Eine Fabrik des 19. Jahrhunderts benötigte selbst ein Uhren- und Glockensystem, um die Mitarbeiterschaft für den eigenen Rhythmus einzustimmen.

Es gab verschiedene Wege, um der Arbeiterschaft Zeitdisziplin und Pünktlichkeit beizubringen, auf dass diese Eigenschaft sogar bald zum Charakterzug ganzer Bevölkerungsschichten werden sollte: Wenige Minuten nach Arbeitsbeginn am Morgen wurde das Fabriktor geschlossen. Wer zu spät kam, musste zunächst draußen bleiben. Strafgelder und Lohnabzüge waren in den Arbeitsordnungen vieler Fabriken für solche Vergehen vorgesehen. Eine anonymere Kontrollmöglichkeit boten seit Ende des 19. Jahrhunderts die Kontrolluhren-Hersteller an: Stechuhren konnten jetzt die Zuspätkommenden registrieren und gleichzeitig konnte man auch Überstunden von dem anonymen Maschinenstempel aufnotieren lassen.

Die Sonderausstellung 'Zeit ist Geld - Kontrolluhrenbau im Schwarzwald' dauerte vom 22.04.2005 bis zum 30.06.2006.

Die Ausstellung wurde auch in Dortmund in der Zeche Zollern LWL - Industriemuseum vom 21.12.2008 bis zum 1.03.2009 gezeigt.