Zeit ist Geld - Kontrolluhrenbau im Schwarzwald

Uhrenindustriemuseum

Die tragbare Nachtwächterkontrolluhr von Johannes Bürk setzte 1855 den Startpunkt für die Uhrenindustrie in Württemberg. In der Zeit vor und seit 1900 waren es gleich vier Firmen die mit Stech- und Stempeluhren von hier aus die Welt versorgten. Die Produkte dieser Firmen haben die Arbeitswelt des 20. Jahrhunderts verändert: Die Württembergische Uhrenfabrik Bürk Söhne (heute BÜRK MOBATIME), J. Schlenker-Grusen (ISGUS), Friedrich Ernst Benzing (heute Kaba Benzing, Benzing Technische Uhren und Identa) und Jauch und Schmid (Jundes). Sie ermöglichten exakte Lohnabrechnungen und verbesserten die Grundlagen der Kalkulation.

Neue Arbeitszeitmodelle wie das "Gleitzeitkonto" waren durch Arbeitszeiterfassungsgeräte möglich und dabei geschah ein eindrucksvoller Wandel: Zunächst waren die vielfach verhassten Stechuhren wichtige Kontroll- und Disziplinierungsinstrumente für die Arbeitgeber, jetzt wurden sie mehr und mehr zum Gerät, mit dem die Arbeitnehmer beweiskräftig ihre Arbeitszeit dokumentieren und abrechnen lassen können.

Erleben Sie in der Ausstellung einen Gang durch die Welt der Arbeitszeitkontrolle. Er beginnt mit den Wächtern in der Nacht, zeigt die Bedeutung der Fassaden- und Turmuhren, führt ein in die komplizierte Technik und Funktion der Kontrollapparate und endet in einer Installation, in der die Entwicklung der Arbeitszeit durch die Jahrhunderte bis hin zur gegenwärtigen Diskussion um die Verlängerung der Lebensarbeitszeit visualisiert wird.

Die Sonderausstellung 'Zeit ist Geld - Kontrolluhrenbau im Schwarzwald' dauerte vom 22.04.2005 bis zum 30.06.2006.

Die Ausstellung wurde auch in Dortmund in der Zeche Zollern LWL - Industriemuseum vom 21.12.2008 bis zum 1.03.2009 gezeigt.