Die Wurzeln unserer Automobilgesellschaft liegen zum einen in den letzten zwei Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts, als - beispielsweise mit der Erfindung der Benzinkutsche durch Carl Benz im Jahr 1885 - wichtige Neuerungsschritte gemacht wurden. Im Sinne des Individualverkehrs und des Transportwesens jedoch gehen die Wurzeln sehr viel tiefer in die Vergangenheit zurück. Auch die Geschichte der Geräte, mit denen versucht wird, die Probleme dieses neuen Verkehrs zu messen und zu kontrollieren, hat ihre Anfänge bereits im sogenannten Kutschenzeitalter. Nicht nur, dass die geeigneten Messprinzipien bereits zum Teil im 17. und 18. Jahrhundert erfunden worden waren, auch fand beispielsweise beim Taxameter ein erster Einsatz in großer Stückzahl nicht in Automobilen sondern in Pferdedroschken statt.
Die Stadt Villingen-Schwenningen erhielt im Jahr 2000 die Belegstücke und Konkurrenzgerätesammlung der ehemaligen Villinger Firma Kienzle-Apparate GmbH von deren Rechtsnachfolger Mannesman VDO als Schenkung überreicht. Die Belegstückesammlung der Firma Kienzle-Apparate belegt ein Randsegment der boomhaften Entwicklung des Verkehrs und des Verkehrswesens im 20. Jahrhundert: Mess-, Kontroll- und Dokumentationsgeräte aus feinmechanischer Produktion für die verschiedensten Bereiche des Sektors Verkehr seit etwa 1900 bis in die 1990er Jahre. Diesem Aspekt und einer Darstellung der Firmengeschichte widmet sich deshalb auch die Ausstellung.
Die Sonderausstellung "Die Unbestechlichen - Kienzle Registriergeräte für die Automobilisierung" fand vom Oktober 2000 bis März 2003 statt.