Lebendiges Uhrenindustriemuseum Villingen-Schwenningen

Uhrenindustriemuseum

"Hauptsach se schaffet!"

Viele ehemalige Zugewanderte sind mehr oder weniger „einheimisch“ geworden. Der dritten oder vierten Generation ist oft bereits der Migrationshintergrund gar nicht mehr bewusst, auch wegen der politischen Grenzverschiebungen, die früheres Ausland zu Inland gemacht haben. Und doch gibt es mit neuen Gruppen immer wieder Anpassungsschwierigkeiten, Reibungspunkte, Konfrontationen der Lebensvorstellungen Eingesessener mit denen der Neuzugezogenen. Dies zeigt sich besonders in Zeiten wirtschaftlicher Probleme, wenn der Arbeitsplatz droht, in Gefahr zu geraten. In diesem Sinne ist dieses Thema in den heutigen Zeiten hochaktuell, zumal sich mit der schrittweisen EU-Erweiterung erneut politische Grenzen verschieben und immer mehr Ausland zumindest zum freizügig zugänglichen EU-Inland wird. Die Ausstellung stellt Bevölkerungsgruppen vor, die über den langen Zeitraum des Industrialisierungsprozesses zu einer Industrie-Stadtbevölkerung zusammen gewachsen sind. Sie zeigt dieses besondere Gemenge an Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Ankunft auf und greift dabei typische Einzelschicksale heraus. Ihr gemeinsames Ziel war der Arbeitsplatz, meist in der Industrie oder im Bauwesen. Das Individuum als Beispiel einer Migrantengruppe ist in den Vordergrund gestellt. Und es wird die Frage nach Gegenwart und Zukunft der Zuwanderung gestellt: Brauchen wir nicht zusätzliche Migrantenströme, um unsere Sozialsysteme zu sichern?

Die Sonderausstellung "Hauptsache se schaffet!" dauerte vom 5.07.2008 bis 30.08.2009