Die Fabrikation
Der Wecker war für die meisten Uhrenfabriken seit Ende des 19.Jahrhunderts das Standardprodukt. Je stärker die westliche Welt industrialisiert wurde, um so mehr Leute waren auf den Wecker angewiesen.
Um immer billigere und bessere Qualität produzieren zu können, wurde die Herstellung eines Weckers zunehmend arbeitsteilig organisiert, immer speziellere Produktionsmaschinen und Fertigungsstraßen wurden entwickelt und eingesetzt. Die einzelnen Arbeitsschritte wurden räumlich sinnvoll in den verschiedenen Etagen einer Fabrik angeordnet.
Arbeit und Arbeiterschaft wandelten sich parallel dazu ebenfalls Zug um Zug: Waren in den ersten Jahrzehnten hauptsächlich Fachkräfte gefragt, so konnten mit zunehmender Mechanisierung und Automation immer mehr Angelernte und schlechter entlohnte Frauen eingesetzt werden.
Fabrikarbeit war für diejenigen, die seither in der Landwirtschaft und im Handwerk gearbeitet hatten, etwas völlig Neues. Überwiegend Jugendliche waren es, die von auswärts zuwanderten und jetzt in den Fabriksälen zusammen arbeiteten. Während der kurz bemessenen Freizeit blieben die Jungarbeiterinnen und -arbeiter ohne Aufsicht, was nicht nur die Pfarrer beklagten.
Vor dem ersten Weltkrieg gab es in der Uhrenindustrie keine Tarifverträge. Die Fabrikordnung war damals die Grundlage des Arbeitsverhältnisses. Sie regelte die Arbeitszeit, die Organisation der Werkstatt, die Lohnabrechnung und die "Fabrikdisziplin": Die Arbeiterschaft sollte zunächst zu pünktlichem und sorgfältigem Arbeiten angeleitet werden.